Fanclub Austria 80
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The History of
FK Austria Wien since 1911

DER FK AUSTRIA WIEN IM LAUFE DER ZEIT - VON 1911 BIS HEUTE!

zusammengestellt von Jürgen Murhammer (Fanclub Austria 80)

 

Teil 14:

DAS JAHR DES GRÖßTEN ERFOLGES

1924 Der erste Meistertitel wurde geholt

dazu noch der Cupsieg  

DAS DOUBLE

 


das war das Team das den ersten Meister für die Violetten holte!!!

Wieder stand eine neue Saison vor der Türe und niemand konnte den Anpfiff erwarten. 22 Narren laufen einem Ball nach, gebt doch jedem einen, war der Kommentar von Außenstehenden. Doch worin lag diese Faszination? Das auf ein Länderspiel 70.000 Zuseher kommen und 30.000 Besucher müssen draußen warten da das Stadion zum bersten voll war.
Die Zahlenspielerei von oben ist Realität. Und nicht irgendwo aus Italien oder Spanien oder Deutschland. Nein, nein das war in Österreich der Fall. Echt war. Wo sind diese Zeiten bloß hin? Dieses besagte Spiel liegt zwar schon einige Zeit zurück (80 Jahre) aber das hat es wirklich gegeben. Am 15. März 1923, auf der Hohen Warte Österreich gegen Italien 0:0, 70.000 im Stadion und 30.000 vor dem Stadion. Kein Scherz.
All diese Fragen sind bis heute unbeantwortet.
POPOVICH meldete sich von den Amateure ab und kurze Zeit später bei den Vorstädtern an, leider. Jedoch war der Optimismus bei den Violetten so groß, dass auch dieser Abgang nicht wirklich was dagegen machen konnte. Die Mannschaft präsentierte sich bereits zum Start in einer bestechender Form. 18. September: Meister Sportclub wurde mit 3:1 besiegt, in der nächsten Runde konnten sich die Meidlinger überraschend einen Punkt holen (1:1). Aber gegen die grünen Vorstädter wollte man gehörig aufspielen und man tat dies auch. Mitte Oktober kamen 50.000 Besucher auf die Hohe Warte und sie sollten alle Zeuge einer großen Partie für die Amateure werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kamen die Violetten immer besser in Fahrt und schlugen die Vorstädter mit ACHTUNG „7:3“.
Hansl und Swatosch erzielten je 3 Tore für die Violetten. Sie wurden alle von einem glänzenden Kalman Konrad geführt und er selber konnte mit einem Tor auch einen Beitrag dazu leisten. Am nächsten Spieltag der nächste Hammer, der WAF wurde mit 8:0 heimgeschickt.
Es kam dann eine Zeit in der immer mehr die Inflation überhand nahm. Bestes Beispiel: im Herbst 1922 kostete eine Eintrittskarte 1500 Kronen. Im folgenden Frühjahr bereits 3.000 Kronen.
Ein Länderspiel gegen Ungarn endete mit 2:1 für die Gäste, der Reiseleiter hatte zuwenig Geld mit und so mussten sich die Spieler ihre Ausgaben aus der eigenen Tasche bezahlen, was natürlicherweise jeden hart traf. In ihrer Siegesfreude vergaßen alle auf die Reisediäten und erst beim Frühstück im Café Belvedere beim Südbahnhof rief einer Scherzhaft „Heraus mit der Amateurpasta“! Die Forderungen konnten aber nur teilweise erfüllt werden, einer der ältesten Spieler quittierte den Empfang mit: Gott sei Dank i hob scho glaubt mir foin diesmal gaunz duach. Waun me oide erfoarat das I umasunst gspült hätt, derscholgerts mi!
Trotz der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage war der Humor, Spaß, und Witz die treuesten Begleiter für die Fußballer in dieser Zeit. Eine Zeitung veröffentlichte in dieser Zeit ein ganzes Fußball ABC, in welchem sich auch vier Violette wiederfanden.

„Der Cutti hat recht schöne Finten – den Cihak kennt man auch von hinten“
„Der Janda schießt den Ball im Fluge – der Jokl macht sein Team meschugge“
„Den Kuthan sieht man häufig rasten – auch Konrad ist kein freund vom Hasten“
„Der Scheuer kommt sehr leicht in Gärung – der Schaffer spielt für jede Währung“

Nun, da wie bekanntlich die Presse immer (bis heute) alles wusste und alles durchleuchtete gab es täglich eine Sportzeitung (heute Sportwoche) und einige Wochenblätter. Der Purkersdorfer Meister (Rapid) hatte eine eigene Zeitung ins Leben gerufen. Das „Rapid-Blatt“ natürlich nur zur Verherrlichung des eigenen Klubs und Blödsinns. Als perfekte Antwort darauf ließen die Amateure die „Sportrevue“ erscheinen. Und dann geschah es: Die Grünen waren blass vor Neid und schon ging es los.
Wer damals gut im Rennen lag, der brauchte sich nirgends um ein Auslandsangebot anstellen, so wie die Violetten, die sich die erträglichsten Angebote herauspicken konnten. So spielten die Violetten zu Weihnachten in Spanien, wo der FC Bilbao am 24.12. mit 4:1 und im Revanchetreffen mit 5:4 abgefertigt wurde. Vom höchsten Norden bis in die Gefilde der reichsten Fruchtbarkeit wurde den Violetten der Beifall geschenkt. Wie auch heute noch war die spielfreie Zeit als die schlimmste bezeichnet worden. Da es viel zu planen gab. In Hütteldorf konnte die Vienna über unsere Violetten siegreich bleiben, diese wiederum revanchierten sich kurze zeit später im Domcafé und meldeten den neuesten Zugang „Schaffer“. Alle wollten ihn haben aber die Amateure bekamen ihn. Der Ungar hatte eine Angabe von „25 Millionen“ Kronen erhalten und außerdem ein Monatsfixum von „5 Millionen“.
Die Politik hatte damals überall seinen Einfluss, und so auch im Fußball. Da wurde versucht spiele ohne Zuseher auszutragen, Spielabsagen und so weiter, da die Amateure am stärksten unter der Situation zu leiden hatten. Der kleine Anhang der Amateure war verloren wenn es um wichtige Spiele ging. Welcher Druck musste ausgehalten werden, wenn sich der Purkersdorfer Anhang erhob, oftmals unterstützt von diversen Parteigängern anderer Klubs.

 

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